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Orientierung und Expertise für Ihre Vermögensanlage – Ihr „Fels in der Brandung", Thomas Kickermann.

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25.06.2026
Gefallene Engel – Gold, Goldproduzenten und Defense: Schwäche als Chance lesen

Lieber Leser,

Zum Begriff: warum „gefallene Engel"

„Gefallene Engel" ist ursprünglich ein Begriff aus dem Anleihemarkt: gemeint sind Emittenten, die ihren Investment-Grade-Status verloren haben und in den High-Yield-Bereich abgestuft wurden. In diesem Bericht wird der Begriff bewusst umgekehrt: Wir meinen nicht eine Verschlechterung der Substanz, sondern Themen, deren Kurse aus der Mode gefallen sind, während die Fundamentaldaten intakt bleiben. Aus der Schwäche eines guten Geschäftsmodells entsteht keine Bonitätsabstufung, sondern ein Einstiegsfenster.

Drei solcher Engel sehen wir derzeit: Gold, Goldproduzenten und Defense-Aktien. Alle drei haben zuletzt korrigiert oder lange konsolidiert – und gerade das macht sie interessant.

Auf einen Blick

Fed Funds Rate: 3,50–3,75 % | 4. Pause in Folge (17.06.); neuer Dot-Plot-Median 3,8 % zum Jahresende — erstmals Anhebung statt Senkung impliziert.

EZB-Einlagensatz: 2,25 % | +25 Bp am 11.06.2026 (Energie-/Geopolitikschock); Wachstum 2026 auf 0,8 % gesenkt.

Brent / WTI: ≈ 73 / 70 USD | Rd. −29 % in 30 Tagen; Waffenruhe Iran/USA und OPEC+-Mehrförderung; Goldman erwartet 70 USD (2026e), 60 USD (2027e).

Gold (Spot): ≈ 4.070 USD | Korrektur vom Mai-Hoch (≈ 4.526 USD); Hausziele: Goldman 4.900, J.P. Morgan ≈ 5.000, BofA langfristig 6.000 USD.

Makroökonomisches Umfeld
Notenbanken: der Wind hat gedreht – vorerst

Die US-Notenbank hat ihren Leitzins am 17. Juni 2026 zum vierten Mal in Folge bei 3,50–3,75 % belassen – erstmals unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Bemerkenswerter als der Beschluss ist die Projektion: Der Median des „Dot Plot" deutet nun auf 3,8 % zum Jahresende und damit erstmals eine Zinsanhebung statt einer Senkung an; die Inflationsprojektion wurde von 2,7 % auf 3,6 % angehoben. Es ist genau diese Zinssteigerungsangst, die Gold kurzfristig belastet und den Dollar stützt.

Wir halten diesen Druck für vorübergehend. Die Fed selbst signalisiert für 2027 (3,6 %) und 2028 (3,4 %) wieder leicht niedrigere Sätze – ein etwaiger Schritt nach oben dürfte sich also eher als Spitze denn als Beginn eines Zyklus erweisen. Zugleich hat die EZB am 11. Juni reaktiv um 25 Basispunkte erhöht (Einlagensatz nun 2,25 %), gleichzeitig aber ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 0,8 % gesenkt. Bei einer derart schwachen Konjunktur erscheint der Spielraum für weitere Straffungen begrenzt.

Öl nimmt den Inflationsdruck heraus

Der entscheidende Entlastungsfaktor liegt am Energiemarkt. Nach dem Hormuz-Schock im Frühjahr ist Brent infolge der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sowie der vierten OPEC+-Mehrförderung des Jahres um rund 29 % binnen eines Monats gefallen – auf etwa 73 USD. Goldman Sachs erwartet 70 USD zum Jahresende und 60 USD für 2027. Der zuletzt noch heiße Inflationsausweis (US-Verbraucherpreise im Mai bei 4,2 %) läuft den Daten hinterher; der gefallene Ölpreis sollte den Preisdruck in den kommenden Quartalen spürbar mindern. Das ist das Fundament unserer konstruktiven Gold-These.

Schwerpunkt I — Gold: die aktuelle Chance

Gold notiert nach dem Mai-Hoch von rund 4.526 USD aktuell bei etwa 4.070 USD. Die Korrektur ist preislicher, nicht struktureller Natur: Sie speist sich aus dem festeren Dollar, der Fed-Zinsfantasie nach oben und dem Wegfall des Öl-Risikoaufschlags.

Zentralbanken: Die strukturelle Goldakkumulation der Notenbanken – insbesondere in den Schwellenländern – bleibt als Diversifikation weg vom Dollar konstant. Diese Nachfrage ist preisunelastisch.

Angebot: Strukturelle Engpässe im Minensektor begrenzen das Wachstum der Förderung; neue Vorkommen sind teuer und langwierig zu erschließen.

Zinsen: Sollten die US-Zinsen 2027 wie von der Fed skizziert wieder stabil bis leicht fallend tendieren und der gefallene Ölpreis die Inflation dämpfen, entfällt der wichtigste aktuelle Belastungsfaktor.

Die großen Häuser bleiben konstruktiv: Goldman Sachs nennt 4.900 USD, J.P. Morgan rund 5.000 USD, die Bank of America langfristig 6.000 USD. Wir lesen die laufende Schwäche daher als Einstiegsfenster und empfehlen einen sukzessiven Aufbau der Goldquote in die Korrektur hinein.

Schwerpunkt II — Goldproduzenten: der gehebelte Engel

Goldproduzenten reagieren auf Bewegungen des Goldpreises typischerweise überproportional: Ein großer Teil ihrer Förderkosten ist fix, sodass ein steigender Goldpreis weitgehend auf die Marge durchschlägt (operativer Hebel). Genau hier verstärkt der gefallene Ölpreis den Effekt – Energie ist ein wesentlicher Kostenblock im Tagebau, und niedrigere Treibstoff- und Stromkosten weiten die Margen zusätzlich aus.

Der Hebel wirkt in beide Richtungen; entsprechend höher ist die Schwankungsbreite. Als Beimischung mit erhöhter Volatilitätstoleranz erscheinen Produzenten daher als sinnvolle Ergänzung zur physischen Goldposition – ebenfalls sukzessive aufzubauen und parallel zur Goldquote zu steuern.

Schwerpunkt III — Defense: der konsolidierte Megatrend

Kein Sektor illustriert das Bild des gefallenen Engels deutlicher. Stellvertretend Rheinmetall: Die Aktie notierte Anfang Juni bei rund 1.213 Euro – nach einem Januar-Hoch von über 1.900 Euro. Ein Rücksetzer von gut einem Drittel, ausgelöst weniger durch das Geschäft als durch das Hin und Her der Krisensignale.

Den operativen Zahlen widerspricht das. Im ersten Quartal 2026 stieg das operative Ergebnis um 17 % auf 224 Mio. Euro, die Marge auf 11,6 %. Für das Gesamtjahr erwartet das Management 14–14,5 Mrd. Euro Umsatz (ein Plus von 40–45 %) bei rund 19 % operativer Marge. Die Auftragsbücher liegen auf Rekordniveau; mit dem neuen Marine-Segment kamen Bestandsprojekte über 5,5 Mrd. Euro hinzu.

Die strukturellen Treiber – NATO-Aufrüstung, das Bundeswehr-Sondervermögen, der nachhaltig erhöhte europäische Verteidigungsbedarf – bleiben über die laufenden Krisen hinaus bestehen. Wir würden Defense-Positionen daher halten oder vorsichtig weiter ausbauen.

Gegenpol — KI & Technologie: Gewinne genießen, Niveau halten

KI- und Technologiewerte sind von einer Rallye zur nächsten geeilt, getragen von tatsächlich starken Zahlen. Die Frage ist nicht die Qualität der Unternehmen, sondern die Höhe der eingepreisten Erwartungen. Je weiter die Bewertung vorausläuft, desto empfindlicher reagiert der Sektor auf Zinsen.

Unsere Konsequenz ist keine Flucht, sondern Disziplin: die aufgelaufenen Gewinne genießen, die Positionen aber eher als Halteposition auf dem aktuellen Niveau führen und nicht in die Stärke hinein nachkaufen.

Aufbaukandidaten — Value Europa & Emerging Markets

Jenseits der drei Schwerpunkte halten wir an zwei Aufbaulinien fest. Value Europa profitiert vom Bewertungsabschlag gegenüber den USA und – über einen tendenziell schwächeren Euro – von der Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure. Emerging Markets dürften von einer späteren Lockerung der Fed, einem nachgebenden Dollar und der stabilen Rohstoff- und Goldnachfrage gewinnen.

Taktische Leitlinien im Überblick

Viele Grüße

vom „Fels in der Brandung"

Disclaimer: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich ausschließlich um die persönliche Meinung des Autors. Anlageentscheidungen sollten stets auf Basis einer individuellen Beratung und eigener Recherche getroffen werden.

19.05.2026
Kapitalmarkt zwischen Inflation, Zinsangst und Hoffnung auf Kriegsenden

Lieber Leser,

die Anleiherenditen in den USA, Großbritannien, Europa und Japan liegen so hoch wie seit Langem nicht mehr. Die zentrale Frage lautet daher: Werden die Fed und die EZB in diesem Jahr nochmals die Zinsen erhöhen?

Für Europa wäre dies angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums – insbesondere in Deutschland – problematisch. Doch auch in den USA dürfte ein weiterer Zinsschritt politisch für Unruhe sorgen. Donald Trump würde wohl erneut zum „Rumpelstilzchen" werden – und hätte nach Jerome Powell womöglich auch in Kevin Warsh, einem potenziellen neuen Fed-Chef, schnell den nächsten Gegner. Wohlgemerkt: Auch Powell wurde einst von Trump selbst ernannt.

Nun zu den Erwartungen und den daraus resultierenden möglichen Positionierungen:

Iran-Konflikt: Ich rechne letztlich mit einem faulen Kompromiss. Der Ölpreis dürfte sich anschließend wieder in einer Spanne zwischen 70 und 80 US-Dollar einpendeln.

Künstliche Intelligenz: Der KI-Sektor dürfte zunächst eine Konsolidierungsphase erleben.

Defense: Der Verteidigungssektor bleibt aus meiner Sicht ein struktureller Megatrend.

Gold: Auch der Goldpreis sollte bis zum Jahresende stark bleiben – aus meiner Sicht in einer möglichen Range zwischen 4.000 und 5.000 US-Dollar. Davon dürften insbesondere Goldproduzenten profitieren.

Aktienmärkte: Bis zum Jahresende sehe ich weiterhin das Motto: „Value vor Wachstum" – insbesondere in Europa und den Emerging Markets.

Infrastruktur & Energie: Nicht vergessen werden sollten die langfristigen Megatrends Infrastruktur, Smart Grid und Energieversorgung.

Viele Grüße

vom „Fels in der Brandung"

Disclaimer: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich ausschließlich um die persönliche Meinung des Autors. Anlageentscheidungen sollten stets auf Basis einer individuellen Beratung und eigener Recherche getroffen werden.

19.04.2026
Ergänzende Einschätzung zu Megatrends am Kapitalmarkt
Markteinordnung zum 19.04.2026

Neben den bereits etablierten Megatrends aus Investorensicht – Gold, Goldproduzenten, Defense, Künstliche Intelligenz (KI) und Infrastruktur – zeichnet sich zunehmend ein weiterer struktureller Trend ab:

👉 „Smart Energy" und moderne Versorger könnten sich zu einem eigenständigen Megatrend entwickeln.

Der Hintergrund ist klar:
  • Der rapide Fortschritt im Bereich KI führt zu einem massiv steigenden globalen Energiebedarf
  • Rechenzentren, Cloud-Infrastruktur und datenintensive Anwendungen benötigen kontinuierlich steigende Stromkapazitäten
  • Gleichzeitig wächst der Bedarf an stabilen, effizienten und intelligent gesteuerten Energie- und Netzstrukturen

👉 Daraus entsteht eine neue Investmentlogik: Nicht klassische Energie, sondern intelligente Energieinfrastruktur, Stromnetze und moderne Versorger rücken in den Fokus.

Strategische Einordnung für das Depot

Ein zukunftsfähiges Portfolio ergibt sich aus der Kombination von:

Strukturelle Megatrends:
Künstliche Intelligenz

(Wachstum)

Infrastruktur

(Stabilität)

Defense

(geopolitischer Treiber)

Gold & Goldproduzenten

(Absicherung & Renditehebel)

Smart Energy / Versorger

(neuer Schlüsseltrend)

Klassische Qualitätsbausteine:
Value-Aktien
Dividendentitel
Fazit

Die Verbindung aus Megatrends und substanzstarken Value- bzw. Dividendenwerten schafft ein Portfolio, das:

  • strukturelles Wachstum nutzt
  • stabile Erträge generiert
  • gleichzeitig Risiken abfedert

👉 Genau diese Kombination bildet die Grundlage für ein robustes und zukunftsfähiges Depot im aktuellen Kapitalmarktumfeld.

Disclaimer: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich ausschließlich um die persönliche Meinung des Autors. Anlageentscheidungen sollten stets auf Basis einer individuellen Beratung und eigener Recherche getroffen werden.

Viele Grüße

vom Fels in der Brandung

24.03.2026
„Gold und Silber lieb ich sehr" – warum Gold im Nahost-Konflikt bisher kein klassischer sicherer Hafen war
Markteinordnung zum 24.03.2026

Gold gilt seit Jahrhunderten als Inbegriff eines sicheren Hafens. In Zeiten geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheit erwarten Anleger üblicherweise steigende Goldpreise. Doch im bisherigen Verlauf des Nahost-Konflikts zeigte sich ein differenzierteres Bild: Gold konnte seiner Rolle nur eingeschränkt gerecht werden und geriet zeitweise sogar unter Druck.

Warum blieb die klassische Flucht ins Gold aus?

Die Gründe dafür sind vielfältig – und bei näherer Betrachtung durchaus nachvollziehbar:

1. Zinspolitische Unsicherheit in den USA

Ein zentraler Faktor ist die Geldpolitik der US-Notenbank. Die Erwartung, dass die FED die Zinsen im laufenden Jahr mindestens zweimal senken würde, hat sich zunehmend relativiert. Hintergrund ist insbesondere der gestiegene Ölpreis, der Inflationssorgen neu entfacht hat.

2. Steigende langfristige Zinsen

Bemerkenswert: Bereits kurz nach Beginn des Konflikts sind die langfristigen US-Zinsen gestiegen. Für Gold – das selbst keine laufenden Erträge generiert – bedeutet dies einen relativen Nachteil. Die Attraktivität verzinslicher Anlagen nimmt zu, während Gold im Vergleich weniger interessant erscheint.

3. Starker US-Dollar

Ein weiterer Belastungsfaktor ist der starke US-Dollar. Da Gold international in Dollar gehandelt wird, verteuert ein fester Greenback das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums – was die Nachfrage dämpfen kann.

4. Falkenhafte Signale der FED

Die weiterhin restriktive Tonlage der US-Notenbank verstärkt die Unsicherheit. Anleger stellen sich zunehmend auf ein „higher for longer"-Zinsszenario ein – ein Umfeld, das traditionell Gegenwind für Gold bedeutet.

5. Energiepreise und Inflationserwartungen

Der Anstieg der Öl- und Energiepreise wirkt doppelt: Einerseits treibt er Inflationsängste, andererseits erschwert er Zinssenkungen. Diese Kombination ist kurzfristig eher negativ für Gold.

6. Nachfrageschwäche aus wichtigen Märkten

Auch auf der Nachfrageseite gibt es Bremsspuren. Insbesondere aus den Vereinigten Arabischen Emiraten – einem bedeutenden Handelsplatz – ist eine spürbare Zurückhaltung zu beobachten.

7. Gewinnmitnahmen nach starker Rally

Nicht zuletzt spielt Psychologie eine Rolle: Nach der starken Performance der vergangenen Monate nutzen viele Anleger die Gelegenheit, Gewinne mitzunehmen. Das führt temporär zu zusätzlichem Verkaufsdruck.

Ausblick: Langfristig bleibt Gold gefragt

Trotz der aktuellen Schwächephase bleibt der langfristige Ausblick für Gold konstruktiv. Die Prognosen großer Banken, Analysten und Investmenthäuser sind bemerkenswert:

Untere Erwartungsbandbreite (2026): ca. 3.800 – 4.800 USD

Konsensniveau: rund 5.000 USD

Tendenz: weiter steigend auf Sicht von 1–3 Jahren

Die strukturellen Treiber – hohe Staatsverschuldung, geopolitische Spannungen, langfristige Inflationsrisiken – bleiben intakt.

Fazit: Rücksetzer als Chance nutzen

Gold hat im aktuellen Umfeld nicht die klassische Rolle eines sicheren Hafens gespielt – zumindest kurzfristig. Doch die fundamentalen Argumente für das Edelmetall sind weiterhin überzeugend.

Charttechnisch relevante Marken:

Unterstützung: 3.900 – 4.000 USD

Widerstand: ca. 5.000 USD

👉 Mein Fazit: Wer bislang nicht investiert ist, sollte Rücksetzer nutzen und Positionen schrittweise aufbauen. Gold bleibt ein strategischer Baustein im Portfolio – auch wenn der Weg dorthin volatil verlaufen kann.

Viele Grüße

vom Fels in der Brandung

28.02.2026
Naher Osten im Fokus: Angriff auf Iran – was bedeutet das für die Märkte?
Markteinordnung zum 28.02.2026

Die jüngsten militärischen Aktionen der USA und Israels gegen iranische Ziele verschärfen die geopolitische Lage im Nahen Osten deutlich. Die unmittelbare Marktreaktion folgte dem bekannten Muster:

  • Ölpreise zogen spürbar an
  • Risikoassets gerieten unter Druck
  • Gold legte zu
  • Rüstungswerte zeigten relative Stärke
Öl als neuralgischer Punkt

Der Iran kontrolliert indirekt einen der wichtigsten Flaschenhälse des globalen Energiemarktes – die Straße von Hormus. Rund 20 % des weltweiten Ölhandels passieren diese Route. Jede Eskalation erhöht:

  • Transportversicherungsprämien
  • Frachtraten
  • Risikoaufschläge im Ölpreis

Ein nachhaltiger Anstieg Richtung 100 USD je Barrel würde:

  • Inflationshoffnungen dämpfen
  • Zinssenkungserwartungen verschieben
  • Konsum und Industrie belasten
Lieferketten – Comeback eines alten Risikos?

Nach Pandemie und Ukrainekrieg haben sich Lieferketten stabilisiert. Eine regionale Eskalation könnte jedoch:

  • Energiepreise erhöhen
  • Chemie- und Düngemittelproduktion verteuern
  • globale Transportkosten steigen lassen

Vor allem Europa wäre energiepolitisch sensibel.

Aber: Politische Börsen haben kurze Beine

Historisch betrachtet reagieren Märkte kurzfristig emotional auf geopolitische Schocks. Solange es keine strukturelle Eskalation mit globaler Ausweitung gibt, normalisieren sich Kurse häufig nach einigen Wochen.

Der Kapitalmarkt preist Risiko schnell ein – und ebenso schnell wieder aus.

Das unterschätzte Risiko: 2 Billionen US-Private Credit

Während Medien und Anleger intensiv über eine mögliche „KI-Blase" diskutieren, liegt das größere systemische Risiko womöglich im Schatten:

Der US-Markt für Private Credit ist auf rund 2 Billionen USD angewachsen. Dabei handelt es sich um außerbörsliche Unternehmensfinanzierungen – vergeben u.a. von:

  • BlackRock
  • Ares Management
  • Apollo Global Management
  • KKR & Co.
  • Blue Owl Capital

Diese Institute vergeben Kredite außerhalb des klassischen Bankensystems – mit geringerer Regulierung, weniger Transparenz und oft illiquider Struktur.

JPMorgan warnt

Laut Einschätzungen großer US-Banken, darunter JPMorgan, könnte sich hier eine ähnliche Dynamik wie vor der Finanzkrise 2007/08 entwickeln:

  • hohe Verschuldung
  • geringe Covenants
  • illiquide Bewertungsmodelle
  • Fondsstrukturen mit Rückgaberechten
Beispiel: Blue Owl

Die Aktie von Blue Owl Capital verlor seit Jahresbeginn 2026 rund 30 %.

Das ist kein Insolvenzsignal – aber ein Warnhinweis, dass Anleger beginnen, Risiko neu zu bewerten.

Private Credit & KI – ein enger Zusammenhang

Die gewaltigen Investitionen in künstliche Intelligenz – Rechenzentren, Infrastruktur, Energie – wurden nicht ausschließlich über Eigenkapital finanziert.

Ein erheblicher Teil dieser Expansion wurde durch:

  • strukturierte Kredite
  • Private-Debt-Fonds
  • außerbilanzielle Finanzierungen

getragen.

Das bedeutet:

Eine mögliche Abschwächung im KI-Sektor würde nicht nur Tech-Aktien betreffen, sondern auch die Kreditgeber im Hintergrund. Die viel diskutierte „KI-Krise" wäre also möglicherweise kein reines Bewertungsproblem von Nvidia & Co., sondern ein Kreditmarkt-Thema.

Strategischer Rückblick: Anpassungen Ende 2025 / Anfang 2026

Die Reduktion von:

  • US-Tech
  • hochbewerteten KI-Titeln

zugunsten von:

  • Gold
  • Goldproduzenten
  • Minenwerten
  • Emerging Markets
  • Defense

erwies sich bislang als rationaler Schritt. Gerade in geopolitisch angespannten Phasen profitieren:

  • Sachwerte
  • Rohstoffe
  • Rüstungsunternehmen
  • Regionen mit günstiger Bewertung
Europa Value statt US-Konzentrationsrisiko

Die starke Gewichtung des S&P 500 und des MSCI World führte zu einer extremen Abhängigkeit von wenigen US-Megacaps.

Eine Umschichtung in:

  • europäische Value-Titel
  • Schweizer Qualitätswerte
  • Substanzwerte mit Cashflow

reduziert:

  • Bewertungsrisiken
  • KI-Konzentration
  • Private-Credit-Exposition indirekt

Europa handelt mit Bewertungsabschlag – bei solider Dividendenrendite.

Fazit

Kurzfristig dominiert die geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten.

Mittelfristig liegt das größere systemische Risiko möglicherweise im US-Private-Credit-Markt – insbesondere in Verbindung mit der massiven KI-Finanzierung.

Politische Börsen haben kurze Beine. Kreditblasen jedoch nicht.

Die strategische Verlagerung von US-Growth hin zu Value Europa, Gold, Emerging Markets und Defense erscheint im aktuellen Umfeld weiterhin gut begründet.

Die entscheidende Frage lautet nicht, ob KI langfristig erfolgreich ist – sondern wie sie finanziert wurde.

Herzliche Grüße

vom Fels in der Brandung

02.02.2026
Gold und Silber: Gesunde Korrektur nach Überhitzung
Markteinordnung zum 02.02.2026

Nach der massiven Korrektur bei Gold und Silber in den vergangenen Handelstagen stellt sich für viele Anleger die Frage: Handelt es sich um den Beginn einer Trendwende – oder lediglich um eine überfällige Verschnaufpause?

Rückblick: Ein außergewöhnlich starkes Jahr

Zur Einordnung lohnt ein Blick zurück:

Der Goldschlusskurs zum 31.12.2025 lag bei 4.315,09 USD. In den darauffolgenden Wochen stieg der Goldpreis zeitweise bis auf rund 5.600 USD – und erfüllte damit bereits Anfang 2026 praktisch alle durchschnittlichen Jahresprognosen, die für das Gesamtjahr erwartet worden waren.

Vor diesem Hintergrund ist klar:

Der Markt war kurzfristig überkauft.

Die aktuelle Korrektur: Gesund statt bedrohlich

Die derzeitige Bewegung – mit Kursen um 4.700 USD – ist aus markttechnischer Sicht mehr als gesund. Sie dient dem Abbau spekulativer Übertreibungen und schafft die Grundlage für einen stabilen, nachhaltigen Aufwärtstrend.

Gerade in starken Bullenmärkten sind solche Korrekturphasen kein Zeichen von Schwäche, sondern ein notwendiger Bestandteil eines funktionierenden Marktes.

Charttechnische Unterstützungszonen

Aus charttechnischer Sicht lassen sich aktuell mehrere relevante Unterstützungen identifizieren:

  • 4.540 USD – kurzfristig zentrale Marke
  • 4.000 USD – strategisch sehr starke Zone

Solange diese Bereiche halten, bleibt das übergeordnete Bild bei Gold klar bullisch.

Fazit: Ruhe bewahren – Chancen nutzen

Bestehende Goldpositionen: definitiv halten

Noch nicht investiert: Korrekturen bieten eine hervorragende Gelegenheit, erste Positionen sukzessive aufzubauen

Gold bleibt in einem Umfeld aus geopolitischen Spannungen, struktureller Verschuldung und geldpolitischer Unsicherheit ein zentraler Stabilitätsanker im Portfolio.

Herzliche Grüße

vom Fels in der Brandung

18.01.2026
Orientierung

Liebe Leserinnen und Leser,

die sehr guten ersten Börsenwochen des Jahres werfen zwangsläufig die Frage auf: Wie geht es weiter?

Aus meiner Erfahrung kann ich Ihnen sagen: Die nächste Krise kommt bestimmt. Die entscheidende Frage ist nicht ob, sondern wie gut Ihr Portfolio darauf vorbereitet ist.

Eine solide Asset-Allokation ist langfristig deutlich wichtiger als perfektes Timing. Dennoch halte ich wenig von starren Konzepten nach dem Motto: ein paar Core-Investments plus Satelliten, für alle Zeiten festgezurrt. Märkte verändern sich – Portfolios sollten das auch können.

Für mich gilt daher ein klarer Grundsatz:

Flexibel bleiben.
Breit streuen.
Megatrends nutzen.
Keine starren Quoten.

Weder bei der Aktien- noch bei der Rentenquote halte ich feste Gewichtungen für zielführend. Stattdessen sollten sämtliche Anlagemöglichkeiten berücksichtigt und situationsabhängig eingesetzt werden:

  • Aktien
  • Anleihen
  • Edelmetalle
  • Rohstoffe
  • Alternative Investments
  • Währungen
  • Immobilien

Ein Portfolio ist kein starres Konstrukt, sondern ein lebendes System, das sich an neue Rahmenbedingungen anpassen muss – wirtschaftlich, politisch und technologisch.

Wer heute nur auf eine Anlageklasse oder ein einziges Szenario setzt, riskiert morgen böse Überraschungen. Wer hingegen Diversifikation ernst nimmt und flexibel bleibt, erhöht die Chancen, auch durch die nächste Krise souverän zu kommen.

Herzlich

Ihr „Fels in der Brandung"

29.12.2025
Ausblick Kapitalmarkt 2026

Liebe Leser,

zum Ende des Jahres können Sie in jeder Fachzeitschrift, von jedem Analysehaus & jeder Bank die Prognosen für das Jahr 2026 erfahren.

Das Jahr 2025 hat uns gezeigt, dass es nicht (mehr) ausreicht, auf ein paar „core"–ETFs zu setzen (MSCI World, S&P500 etc.). Auch Mischfonds sind nicht unbedingt ein „Allheilmittel". Es ist zunehmend auch notwendig, die politische und wirtschaftliche Entwicklung pragmatisch zu „lesen".

Um eine gute Performance zu generieren, war es unabkömmlich die Megatrends zu „spielen" und international zu diversifizieren. Dies können Sie in meinen Blogs aus 2025 immer wieder nachlesen.

Bewährte Megatrends

Neben „meinen" Megatrends Gold, Goldproducers, Defense und AI kommen zum Ende des Jahres weitere hinzu: Europäische Banken und Versicherer, Energie, Materials (Infrastruktur) und „Global Mining". Neben Gold, Silber & Kupfer auch Rohstoffkonzerne wie z.B. BHP und Rio Tinto -> immer über einen ETF!

Regionale Perspektiven

Die USA profitieren von möglichen weiteren Zinssenkungen und dem „Big Beautiful Bill", Emerging Markets, insbesondere Asien vom Wachstum, Europa vom „Pflänzchen" Wachstum. Hier bitte value beachten und Großbritannien nicht vergessen, ebenso die Schweiz. Japan über Qualität und Value!

Sie merken, es bleibt spannend und die „nächste Krise" kommt bestimmt irgendwann, auch wird sich bei der „AI-Blase" irgendwann in den nächsten Jahren die „Spreu vom Weizen" trennen.

Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch ins Jahr 2026, vor allen Dingen Gesundheit, Glück und Erfolg –

…und einen unabhängigen, erfahrenen Vermögensberater 😉!

Herzliche Grüße vom „Fels in der Brandung"!

30.11.2025
Augenmaß und Diversifizierung zahlt sich aus!

Liebe Leser,

die Konsolidierung der Rüstungswerte nähert sich vermutlich dem Ende zu, die Chancen auf die nächste Zinssenkung der FED sind gestiegen, „AI – Blase" in aller Munde….

Meine Meinung: bei der sogenannten „AI – Blase" wird sich irgendwann die „Spreu vom Weizen" trennen, Aktienwerte, wie Alphabet halte ich persönlich bei diesem KGV nicht für überbewertet. Dies hat auch Warren Buffet eindrucksvoll mit seiner Beteiligung bewiesen.

Meine „Megatrends" AI, Rüstung, Gold habe ich erweitert, ( Energie- ) Versorger, die den enormen Bedarf der AI an Energie bewerkstelligen, Construction & Materials, Infrastruktur, Minenaktien allgemein, nicht nur Goldminen.

Beste Grüße vom Fels in der Brandung!

24.10.2025
„Value vor Momentum"

Liebe Leser,

ich möchte zunächst auf meinen Blog vom 06.10.2025 zurückkommen, insbesondere auf die Bemerkung die Depotbestände aufgrund der überkauften Situation auch einmal einer Re-Allokation zu unterziehen, auch Gold.

Nach den Rücksetzern im Gold und bei den Goldproducers, aber auch im AI-Bereich heißt mein Motto für den Rest des Jahres: „Value vor Momentum"

Diversifikation

Value und Qualität Europa, Emerging Markets (auch Indien und Vietnam), seltene Erden.

Megatrends halten

Megatrends und auch Goldbestände halten, immer unter der Prämisse Reallokation.

Liquidität

Liquidität 10 – 15 % vorhalten.

Beste Grüße vom Fels in der Brandung!

06.10.2025
„An realisierten Gewinnen ist noch niemand gestorben" versus Momentum und FOMO

Liebe Leser,

nach YTD-Renditen im sehr guten zweistelligen Bereich wird es derzeit immer wichtiger genau hinzuschauen.

Gibt es trotz Depot-Diversifizierung Klumpenrisiken? Dies z.B. im Hinblick auf Fonds und ETFs auf den S&P, den Dow, den Nasdaq, den Technologie- und AI-Fonds?

Da reicht es schon, sich die ersten zehn Positionen nach Gewichtung anzusehen, um Ihre Klumpenrisiken zu erkennen, die in diesem Jahr zu dieser Super- Performance geführt haben.

Was ich damit sagen will?

Ich glaube langfristig weiterhin fest an die Megatrends AI, Defense und Infrastruktur, aber die derzeitige Kapitalmarktsituation kann man schlicht als „überkauft" bezeichnen.

Beste Grüße vom Fels in der Brandung!

21.09.2025
FED senkt um 25 BPs

Liebe Leser,

ich sehe die Senkung tatsächlich sinnvoll, und zwar „nur" 25 BPs, da Powell zum einen den Arbeitsmarkt stützen muss, zum anderen aber auch die Inflation bekämpfen sollte. Und diese Gefahr besteht weiterhin durch Trumps Zollpolitik, da viele Preise an den US-Verbraucher zumindest zum Teil weitergegeben werden könnten.

Wer profitiert neben den US-Unternehmen noch?

Durch den beginnenden Zinssenkungszyklus, 4 Zinsschritte à 25 BPs (?) wäre es logisch, dass der USD weiter zur Schwäche tendiert. In USD verschuldete Länder sollten profitieren, da es für diese Länder dann günstiger wird, ihre USD-Verbindlichkeiten zurückzuzahlen, hinzu kommen für diese Länder ggfs. günstigere Rohstoffpreise ( da auch in USD ) und ggfs. Kapitalmarktströme weg vom USD (weniger Zinsen) zu höheren Zinsen in EM – Ländern.

Profiteure konkret

Brasilien, Chile, Peru aber auch Indonesien, Malaysia und die Philippinen.

Fazit

ich empfehle eine weitere Depotdiversifizierung in guten EM-Fonds / EM-ETFs mit weniger China- Anteil.

Herzliche Grüße vom Fels in der Brandung!

23.08.2025
„but remember to come back in september…?"

Liebe Leser,

mein letzter Blog datierte vom 05.08.2025.

Da der August und gerade der September oft schwächere Monate sind, können investierte Anleger in diesen Monaten auch einmal „zuwarten", wie es ein ehemaliger Chefvolkswirt einer Schweizer Großbank zu sagen pflegte.

Konkret: Die Monate September und Oktober könnten für wenig investierte Anleger noch einmal eine Chance zum Einstieg bieten.

Und auch „Totgesagte" ( USA ) leben oftmals länger, Big Beautiful Bill begünstigt US-Unternehmen ( nicht nur Steuern auch Abschreibungsmöglichkeiten ) Zölle handelt Trump (leider) für die USA gut aus, moderate Zinssenkungen durch Powell signalisiert, erste Zinssenkung wahrscheinlich bereits im September.

AI als Megatrend erst am Anfang!

Defense und Infrastrukturunternehmen als weitere Megatrends vor guten Zeiten

Konsum könnte schwächer ausfallen

Pharma aufgrund Unsicherheit Trump ( „MFN-Akt" ) gefährdet

Japans Finanzsektor und Bewertungen gut

Asien und EM-Märkte sollten wieder mehr beigemischt werden

Gold bleibt Stabilisator

Rentenfonds weltweit mit Investmentgrade-Bewertungen und einer Duration von 4 Jahren immer noch bei knapp 5 % Bruttorendite als wiederentdeckte Assetklasse beimischen

Viele Grüße vom „Fels in der Brandung"!

05.08.2025
Palantir Update

Liebe Leser,

einige erinnern sich an meinen Blog vom 06.06.2025 über Palantir, dies bei einem Kurs von EUR 111,74 EUR. Heutiger Kurs 149,22 EUR. Seit dem 06.06.2026 ein sattes Plus von 33%!

Fazit und meine eigene Meinung: nicht durch die täglichen Meldungen verunsichern lassen, investieren Sie in Unternehmen, von denen auch Sie überzeugt sind. Bei Palantir scheiden sich hier die Geister, von „Genial" bis „Gefährlich" ( „ZDF-Doku").

Ich selbst investiere auch aus Diversifizierungs- und Risikogesichtspunkten in diesem Fall oftmals eher in ETFs, die Palantir mit guter Gewichtung enthalten, u.a. in Defense- und AI-ETFs.

Herzliche Grüße vom „Fels in der Brandung"

22.07.2025
Trump – Zollstreit – Trump – Zollstreit – Trump
Strategische Assetallokation kann und muss man nicht timen….

Wenn man die täglichen Nachrichten und die Kapitalmarktnachrichten verfolgt, darf man eigentlich nie investieren!

Zollstreit USA gegen den Rest der Welt, Lieferketten, Überschuldung USA, Trump gegen Powell, Putin, Ukraine, China, Taiwan, Nordkorea, Nahost, Rezession, schwacher USD, es findet sich immer ein Grund, (noch) nicht zu investieren!(diese Woche darf man gespannt sein, da in Kürze mal wieder ein Zollultimatum abläuft……..).

Aber bleiben wir bei einer langfristigen strategischen Ausrichtung, den Markt kann man einfach nicht timen, und es ist auch unerheblich bei der richtigen Strategie. Warren Buffet wird auch oft zitiert, „investieren, wenn die Kanonen donnern", „lege nicht alle Eier in einen Korb", aber, völlig konträr, „wenn Du weißt, welches Ei das richtige ist, dann lege dies und nur dies in den Korb" (sinngemäß).

Heißt: Megatrends AI, Defense, Infrastruktur mit defensiven Value Titeln mischen, mit Blick auch auf Europa und EUR, keine Autobauer (meine exklusive persönliche Meinung), mögen sie auch noch so „billig" erscheinen. Alternative Investments können beigemischt werden, Edelmetalle immer um 10 % halten. Und – Immobilien bitte als Direktinvestments (qualitative Ausnahmen bestätigen die Regel).

Immer daran denken: ruhig und besonnen bleiben, weder zu viel Angst, noch zu große Gier, langfristig denken!

Viele Grüße vom „Fels in der Brandung" und bleiben Sie gesund!

13.07.2025
„In der Ruhe liegt die Kraft"

Es wird mal wieder spannend, die Berechenbarkeit von Trump ist, dass er unberechenbar ist.

In dieser Situation fühlen wir uns mit unserer Assetallokation und Ausrichtung weiterhin sehr wohl, Megatrends (Defense, AI, Infrastruktur, Cybersicherheit) neben europäischen (unterbewerteten) Value-Titeln, internationalen Rentenfonds und Gold.

Und – Liquidität vorhalten, um Chancen am Markt auch flexibel spielen zu können.

Vor der aktuellen Berichtssaison zum 30.06. kann man eher von Störungen bei den Ausblicken der Unternehmen ausgehen und sollte hier sensibel bleiben. Zollstreit, sich verschärfende geopolitische Konflikte, US-Schulden, Positionierung China (Verkauf von US-Staatsanleihen) werden die nächsten Wochen weiterhin bestimmen.

Die komplexe US-Situation

Die Situation in den USA ist komplex, der schwache USD hilft den US-Unternehmen beim Export, Gegenzölle drohen, durch erhoffte Mehreinnahmen durch Zölle hofft Trump, Schulden abbauen zu können und versprochene Erleichterungen für US-Unternehmen (und Verbraucher…) zu finanzieren.

Inflation und Zinsen

Zölle lassen aber auch das Thema US-Inflation wieder aufleben, dabei sollte die FED doch in der zweiten Jahreshälfte endlich die Zinsen senken, wie von Trump gefordert. Dies hilft den zinssensiblen US-Techfirmen, eine Digitalsteuer seitens Europa weniger…..

Da schauen wir uns doch mal in Ruhe die nächsten Tage an und reagieren flexibel!

Herzliche Grüße vom „Fels in der Brandung"

09.07.2025
„Anleiherenditen nicht vergessen"

Liebe Leser,

Durch das jahrelange Nullzinsniveau in Europa wird allerorts verständlicherweise nur über Aktienmarkt und Aktienmarktrenditen diskutiert. Ja, das war auch bis vor 2 Jahren opportun.

Warum sollte man bei einer ausgewogenen Assetallokation auch Renditen von 1 % oder darunter beimischen? Hier hieß es damals, ausgewogenes Aktienportfolio, genügend Liquidität vorhalten, Gold und ggfs. Rohstoffe beimischen (Immobilien bitte eher als direkte Investition).

Doch bereits seit 2 Jahren konnten wir auch im Rentenmarkt wieder sehr gute Renditen erzielen. Die aktuelle kurzfristige Konsolidierungsphase im Rentenmarkt normalisiert sich gerade wieder.

Herzliche Grüße vom „Fels in der Brandung!

04.07.2025
„Big Beautiful Bill & USA first"

Liebe Leser,

Der USD hat seit Anfang des Jahres mehr als 10 % gegenüber dem EUR verloren, China verkauft US-Staatsanleihen, europäische ETFs verzeichnen massive Zuwächse zugunsten USA, Zollkrieg geht in die nächste Phase.

Wie geht es weiter, wie soll „man" sich positionieren?

Viele Analysten präferieren nun Europa, auch Nebenwerte, ich denke, man sollte die USA ( Aktienmarkt ) nicht unterschätzen.

Der USD wird zunächst schwach bleiben, da die Zinsdifferenz zu Europa bis zum Ende 2025 durch FED-Zinssenkungen abnimmt, was den USD noch unattraktiver macht. Ein schwacher USD plus der Beautiful Bill hilft den Unternehmen in den USA, hinzu kommt, dass fallende US-Zinsen die zinssensiblen Techwerte begünstigen werden.

Breite Diversifikation ist weiterhin das Maß aller Dinge, Megatrends AI, Defense und Infrastruktur investiert bleiben, europäische Dividendentitel durchaus beimischen, aber bitte eher die Allianz als Mercedes….

Herzliche Grüße vom „Fels in der Brandung"

01.07.2025
1. Halbjahr 2025 USD gegenüber EUR mehr als 10 % Minus! Ja und?

Liebe Leser,

Seit Anfang des Jahres hat der USD gegenüber dem EUR um über 10 % verloren. Dies schmälert nicht nur die Performance in physischem Gold, welches weiterhin mit 3.344 USD nahe Höchststand notiert. Auch Anlagen in Aktien und Anleihen aus den USA mussten durch diese Währungsverluste viel Federn lassen.

Der „Irrglaube", dass die Zinsdifferenz USD / EUR von ca. 2 % den USD stützt und tendenziell „stark" macht, wurde durch die unsichere Handelspolitik, den „Zinskampf" zwischen FED und Regierung und dem Schuldenproblem USA nebst möglicher Schuldengrenzerhöhung zunichte gemacht. Aufgrund dieser Gemengelage haben Investoren aus dem USD in den EUR umgeschichtet, dies erkennt man unschwer am Wechselkurs und wird bestätigt durch Nachrichten aus den Fonds-ETF-Branche.

Ach ja, aufgrund der Zinsdifferenz müsste der USD bei ca. 1,10 stehen und nicht bei 1,17…soweit die Theorie…

Und jetzt werden die Zinsen noch zusätzlich wohl eher in den USA gesenkt (2.Jahreshälfte) und die EZB hat eine Zinssenkungspause signalisiert.

Herzliche Grüße vom „Fels in der Brandung"

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